über mich

HEIDI BOBAL

unsere kindheit hat uns alle geprägt und uns vorstellungen übers leben mitgegeben
manche davon ermutigen uns, unser licht in die welt leuchten zu lassen, während andere uns einschränken, so dass wir voll scham durchs leben gehen, wie tot, betäubt, und oft furchtbar einsam. ich bin noch nicht ganz bereit dafür meine geschichte hier zu teilen, nur so viel: sie war sehr einschränkend

ich habe mir nie erlaubt ich selbst zu sein
der schatten, der in meinem leben die hauptrolle hatte war form- und geschlechtslos. ich wurde tontechnikerin - ein männerdominierter beruf, der es mir erlaubte mein frau-sein unter weiten hoodies und jeans zu verstecken. ich sah ständig so aus als würde ich gerade ein schlagzeug und eine pa anlage aufstellen.

musik war immer schon ein wichtiger teil meines lebens. ich begann mit 5 jahren klavier zu spielen, später gitarre und bass, aber ich gab alles auf, weil ich total entmutigt war. meine brüder studierten beide gitarre. während sie sich wie rockstars fühlten, fühlte ich mich wie aschenputtel, gefangen in meiner story von 'nie gut genug'.
noch an der uni, technisches studium nicht musik, fragte mich ein freund ob ich als tontechnikerin einspringen könnte, bei einer theatergruppe. ich hatte keine ahnung was ich da sinnvoll beitragen konnte, aber ich sagte ja, und bevor ich mich versah war ich auf tour, eingeschult von einem script und einer casette.
was für eine großartige erfahrung! ich blieb bei der theatergruppe bis sie eini paar jahre später aufgelöst wurde.

schneller vorlauf. nach ein paar mehr enttäuschenden jahren an der uni und arbeit mit menschen mit besonderen bedürfnissen hatte ich immer noch große sehnsucht nach musik.
ich gründete eine hobby rock band mit, und entdeckte meine liebe zur tontechnik neu. ich war fasziniert von unserem mischpult und der bandmaschine. ich nahm meine band auf, im ständigen kampf 'den sound' zu kreieren. und wieder war ich 'nicht gut genug'

ich gründete meine firma, ein tonstudio in wien.
ich nahm bands und sängerinnen professionell auf, und trotzdem fühlte ich mich nie wie eine richtige tontechnikerin.
ich stand im schatten meines geschäftspartners, bekam nur die aufnahmen, die er nicht machen wollte und kümmerte mich um büroarbeit und buchhaltung.

mein geschäftspartner konnte nicht mit jedem gut, und so bekam ich eine menge der gesangsaufnahmen zugeschoben. und da entdeckte ich bald etwas magisches: wenn ich ohne vorurteile an eine aufnahme heranging und die sängerinnen nicht be- oder gar ver-)urteilte, liefen die aufnahmen super. meine einstellung bei den aufnahmen entpuppte sich als gamechanger. ich erkannte, dass ich den sängerinnen einen raum gab, in dem sie sich entfalten konnten.

ich sah ihren kern, den star in ihnen, den sie selbst nicht sehen konnten. ich gab ihnen die sicherheit in der sie ihre stimme und ihre kunst entfalten konnten.

in dem selben maß, in dem ich anderen die entfaltung möglich mache, entfalte ich mich langsam auch selbst.
ich möchte jetzt meine feminine seite nicht mehr verbergen, sondern im gegenteil - ich möchte sie viel stärker betonen in dieser oft nicht einfühlsamen männlichen techniker welt. ich bin stolz auf meine intuitive art zu arbeiten, die weichheit, den unterstützenden und ermutigenden ansatz beim recorden und arbeiten mit meinen künstlerinnen. ich erlebe immer mehr, dass das etwas ist, was in der community der künstlerinnen gefragt ist.

ich habe noch viel wegs zu gehen
aber gerade jetzt möchte ich euch eine botschaft aus meinem herzen mitgeben: auch wenn es so aussieht als hätte euch das leben schlecht beschenkt gibt es einen weg, heraus aus der verzweiflung, es gibt heilung, es gibt kraft, freude, glück und jede menge spaß.

mein wunsch für dich und alle: finde das glück in dir und in deiner kunst

und wenn ich dir dabei helfen kann den star IN DIR zu finden macht mich das selbst überglücklich

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